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Die Mehrzahl seltener Myelomerkrankungen sind mit einer schlechteren Prognose verbunden

Kein Kommentar Von ; Übersetzt von Sabine Schock
Veröffentlicht: 18. Januar 2011 14:57
Die Mehrzahl seltener Myelomerkrankungen sind mit einer schlechteren Prognose verbunden

Eine neue europäische Studie berichtet über ein schlechteres Gesamtüberleben bei Patienten mit seltenem IgD, IgE und IgM Myelom im Anschluss an eine Stammzelltransplantation im Vergleich zu Patienten mit den häufiger vorkommenden IgG, IgA oder einem Leichtkettenmyelom. Jedoch war das Gesamtüberleben von nichtsekretorischen Myelompatienten, ein anderer seltener Typ des Myeloms, dem von Patienten mit häufig vorkommenden Myelomen ähnlich.

Die Autoren fügten hinzu, dass die Überlebensdaten in ihrer Analyse besser sind als vorhergehende Daten für Patienten mit seltenen Myelomen, die eine Stammzelltransplantation erhielten. Sie empfahlen deshalb, den Einsatz der Transplantation als eine Behandlung für Patienten mit seltenem Myelomen beizubehalten.

In gesunden Immunsystemen erzeugen normale Plasmazellen Antikörper (auch Immunoglobuline oder Ig genannt), um den Körper gegen das Eindringen von Krankheitserregern zu schützen. Patienten mit multiplem Myelom haben anomale Plasmazellen, die stattdessen ein anomales Immunglobulin erzeugen, das auch als monoklonales Protein (oder M Protein) bezeichnet wird.

Die Plasmazellen der meisten Myelompatienten erzeugen monoklonale Proteine vom Typ IgA oder IgG oder sondern leichte Ketten (die Bausteine von Antikörpern) ab. Diese Myelome werden als „häufig vorkommende“ Myeloma bezeichnet. In seltenen Fällen können Patienten monoklonale Antikörper vom Typ IgD, IgE, oder IgM erzeugen. Ein Prozent der Myelomfälle ist nichtsekretorisch, d.h. der Patient erzeugt überhaupt kein Immunoglobulin.

IgD und nichtsekretorische Myelome sind ein bisschen häufiger als IgM (selten) und IgE (äußerst selten). Die bisherige Forschung hat gezeigt, dass, obwohl das Überleben für Patienten mit IgD Myelom schlechter ist als für Patienten mit häufig vorkommenden Myelomen, das Überleben bei Patienten mit nichtsekretorischem Myelom ähnlich oder vielleicht besser ist als bei Patienten mit häufig vorkommenden Myelomen.

In vielen Studien ist die Zahl von Patienten mit seltenem Myelom zu klein, um irgendwelche Schlüsse bezüglich des Patientenüberlebens ziehen zu können. Infolgedessen ist relativ wenig über das Ergebnis von Patienten mit seltenem Myelomen im Anschluss an die Stammzelltransplantation bekannt.

Um mehr Information über seltene Myelome zu sammeln, analysierten die Forscher Daten von 22.244 Patienten mit multiplem Myelom, die eine autologe Stammzelltransplantation zwischen 1986 und 2007 erhalten hatten. Von den in die Analyse eingeschlossenen Patienten hatten 1.440 Patienten seltene Myelome.

IgD Myelom

IgD Myelompatienten sprachen besser auf die Behandlung an und hatte eine höhere komplette Remissionsrate vor und nach der Stammzelltransplantation als Patienten mit häufig vorkommenden Myelomen. Dennoch war das mittlere Überleben von IgD Patienten deutlich niedriger als das von Patienten mit häufig vorkommenden Myelomen (44 versus 62 Monate). Jedoch war das mittlere krankheitsfreie Überleben für Patienten mit IgD Myelom mit häufig vorkommenden Myelomen (24 versus 27 Monate) vergleichbar.

Laut den Studienautoren konnte das schlechte mittlere Überleben im Anschluss an die Transplantation durch die Tatsache erklärt werden, dass IgD Myelompatienten oft nachteiligere prognostische Faktoren haben. Obwohl das IgD Myelom jüngere Personen betrifft, haben diese Patienten oft Stadium 3 (fortgeschritten) der Erkrankung und eine größere Zahl von Knochenbrüchen als Patienten mit häufig vorkommenden Myelomen.

IgM Myelom

IgM Myelompatienten erreichten die schlechteste Remission vor der Stammzelltransplantation. Von allen Gruppen hatten IgM Patienten die niedrigste komplette Remisssionsrate (8 Prozent). Nach der Transplantation verbesserte sich die Zahl von Patienten, die eine komplette Remission erreichten, auf 34 Prozent und eine ähnliche Zahl von Patienten erreichte eine partielle Remission. Das Gesamtüberleben und die krankheitsfreie Überlebensrate waren dem IgD Myelom ähnlich.

IgE Myelom

Trotz des Erzielens des höchsten Prozentsatzes an kompletten Remissionen vor der Stammzelltransplantation (33 Prozent) war die gesamte mittlere Überlebensrate nach Transplantation für IgE Myelomfälle von allen Myelomgruppen am niedrigsten (33 Monate). Das krankheitsfreie Überleben war ähnlich oder besser als das IgG und IgM Myelom. Jedoch wiesen die Studienautoren darauf hin, dass die Zahl von IgE Myelompatienten in der Studie zu klein war, um Schlüsse aus ihren Ergebnissen zu ziehen.

Nichtsekretorisches Myelom

Vor der Transplantation sprachen nichtsekretorische Myelompatienten besser auf die Behandlung an als Patienten mit häufig vorkommenden Myelomen: mehr Patienten erreichten eine komplette Remission (29 Prozent versus 12 Prozent). Fast 49 Prozent der Patienten erreichten nach der Transplantation eine komplette Remission, und das mittlere Überleben von nichtsekretorischen Myelompatienten war ein bisschen länger als für Patienten mit häufig vorkommenden Myelomen (65 versus 62 Monate). Das mittlere krankheitsfreie Überleben für nichtsekretorische Myelompatienten war deutlich besser als das von Patienten mit häufig vorkommenden Myelomen (34 versus 24 Monate).

Die Forscher wiesen darauf hin, dass ähnlich wie bei IgD Myelomen, das nichtsekretorische Myelom jüngere Personen betrifft, und diese Patienten ein fortgeschritteneres Krankheitsstadium und mehr Knochenbrüche haben als Patienten mit häufig vorkommenden Myelomen.

Für weitereInformationen beziehen Sie sich bitte auf die Studie in der Zeitschrift Haematologica (pdf).

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